Die SAP in der neuen S/4HANA Welt

Es war Mal wieder Zeit für eine Business-Suite.

Alle zehn Jahre erneuert die SAP ihre Business-Suite. Jede Erneuerung ist ein Spagat zwischen Bewahrung bisheriger Lösungen und Weiterentwicklung in Richtung neuer Anforderungen. Seit 2017 heißt die neue Produktfamilie S/4HANA. Wie im Namen erwähnt, basiert die neue Generation auf der SAP HANA Datenbank. 

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Zeit für eine Änderung

Wie erwähnt, die SAP S/4HANA ist die Weiterentwicklung der bekannten SAP ERP Suite, basierend auf SAP NetWeaver. Davor gab es die SAP R/3 Business-Suite und davor die R/2. Jeder Generation hat eine andere technologische Basis bzw. Architektur. Im Rahmen einer Übergangszeit stehen beide Generationen (alt und neu) gleichberechtigt nebeneinander. Irgendwann fließen Neuentwicklungen nur noch in die neue Generation. Zum Teil laufen Komponenten aus, andere werden aktualisiert und stehen weiterhin im neuen Gewand zur Verfügung.

Architektur

Diese neue S/4HANA-Lösung stellt wieder ein Paradigmawechsel in der SAP Architektur dar. SAP strebt mit dieser neuen Generation eine Vereinfachung der Architektur (weniger Tiers) und der Datenstruktur (weniger Tabellen) an. Auf Seiten der Benutzer kommt SAPUI5 und SAP Fiori für eine bessere sowie intuitivere Bedienbarkeit der Anwendungen zur Verwendung. SAP GUI gibt es noch, aber hat zunehmend weniger Bedeutung, obwohl SAP GUI for HTML immer mal wieder durchblitzt.

S/4HANA basiert, wieder der Name das sagt und oben erwähnt, auf der SAP HANA Datenbank. Durch die enge Verzahnung zwischen S/4 und HANA fällt die freie Wahl an Datenbank, wie aus R/3 und NetWeaver bekannt, weg. SAP HANA dient nicht nur Datenhaltung, sondern ist auch ein Teil des Applikationsservers. Produkte mit der Bezeichnung "on HANA", wie z.B. BW on HANA, nutzen wie gehabt die HANA als reine Datenbank, obwohl es auch hier Optimierungsmöglichkeiten gibt, die über reine Datenhaltung hinausgehen. SAP HANA bietet umfangreiche Funktionen, die z.B. für die Entwicklung von Anwendungen im Bereich des Data Minings genutzt werden können.

Motivation

Warum braucht es einer neuen Generation der SAP Business-Suite. Ein Facelifting mit Hilfe von SAPUI5 und den SAP Gateway-Server hätte zur Modernisierung der Oberfläche sicher auch ausgereicht. Ungefähr ab 2014 wurden die Unternehmen mit der digitalen Transformation konfrontiert. Die digitale Transformation ist nicht nur ein Schlagwort, sondern stellt die aktuelle Veränderung in vielen Unternehmen und Wirtschaftsbereichen dar. Neben neuen Technologien, wie Cloud , KI und Big Data, waren und sind die bisherigen Geschäftsmodelle der Unternehmen betroffen. Wir gehen im folgenden auf diese Faktoren ein. Wichtig ist zu wissen, dass immer Konkurrenten, wie z.B. SalesForce, besser als die SAP in der Lage waren, Kunden im Bereich der neuen Anforderungen mit Lösungen zu bedienen. Für die SAP bestand Handlungsbedarf.

Mit der neuen Architektur und vielen neuen Cloud-Lösungen möchte die SAP ihre Kunden besser in den neuen Anforderungen, angestoßen durch die  digitale Transformation unterstützen.

Digitale Transformation

Schauen wir uns den Begriff Digitale Transformation nochmal genauer an. Sie umfasst folgende Punkte.

  • Social Media: Der Weg zum Kunden führt zunehmend, bei bestimmten Gruppen ausschließlich, über Social Media, unabhängig von den einzelnen Namen. Social Media ist die Präsentationsplattform , aber auch eine Kommunikationskanal zum Kunden. Wir müssen uns aber nicht nur auf den Kunden beschränken, auch Unternehmen tauschen sich über Social Media Plattformen aus. Ein typischen Phänomen ist die breite und eher wenig zielgerichtete Informationsstreuung in der Anfangsphase und zielgerichtete Marketingaktivitäten im direkten Gespräch mit dem Kunden in der späten Phase.
  • Mobility: Das Smartphone hat sich neben dem Desktop PC etabliert. Sie ist die mobile Technologie, auf der eine Vielzahl von Anwendungen basieren. Geschäftsprozesse beginnen oft am Smartphone (z.B. Bestellungen). Die Bedienung der Geräte erfordert eine angepasste Gestaltung der Anwendungen (responsive, UX), ansonsten gehen Benutzer verloren. Anwendungen müssen jederzeit von überall performant verfügbar sein. Diese Verfügbarkeit kann kritisch sein, wie z.B. bei Navigationssystemen.
  • Internet of Things: Nicht nur im Smart Home, mit seinen automatischen Türöffnern und Lampen, sind intelligente Geräte und Sensoren allgegenwärtig. Die Geräte - oder allgemeiner - physischen Systemen kommunizieren mit den Internet. Diese Vernetzung schafft neue Möglichkeiten und natürlich neue Risiken. Auffallend ist das immense Datenaufkommen durch die Vielzahl an Geräten, die ausgewertet und oft in Echtzeit verarbeitet werden müssen. Im Unternehmensbereich können Sensoren oder Geräte Geschäftsprozesse optimieren oder ermöglichen. Beispiele sind Sensoren im Obstkisten, die rechtzeitig vor dem Auswahl der Kühlung warnen oder Maschinenteile, die ihren Ausfall melden.
  • Analytics und KI: Die neuen Geschäftsprozesse sind i.d.R. mit einem hohen Datenaufkommen verbunden. Diese Daten bieten eine Chance, die eigenen Geschäftprozesse zu optimieren. In diesen Bereich fällt das Thema Analytics, mit deren Hilfe Daten entsprechend den Erfordernissen  ausgewertet werden können. Die Interpretation - oder themengerechter - das Verstehen der Daten erfolgt über Techniken der Künstlichen Intelligenz. Analytics und KI bilden die Basis für moderne Automatisierungsprozesse.
  • Cloud: Statt in eigenen Rechenzentren Kapazitäten aufzubauen, werden Dienstleistungen direkt von Cloudanbieter gemietet. Diese können Infrastrukturkomponenten wie Datenbanken sein oder komplette Geschäftsanwendungen. Bedarfsgerecht können die in Anspruch genommenen Services (Dienstleistungen) flexibel in der Cloud mit mehr Speicher, Rechnerleistung oder Bandbreite angepasst werden.

Fazit

SAP hat rechtzeitig erkannt, dass neue Märkte mit neuen Anforderungen verbunden sind. Die S/4HANA wird ständig weiterentwickelt, um diesen Anforderungen zu genügen. Auf dem bisherigen von SAP-dominierten Markt, bewegen sich viele neue Konkurrenten, die mit neuen Ansätzen SAP herausfordern.